Ortsteile Langen
Langen
Die Gemeinde besteht aus sieben Ortsteilen, von denen sich sechs um den Ortsteil Langen, dem heutigen Ortsmittelpunkt formieren. Geprägt ist diese Ortsmitte seit etwa 1913, als man damit begann, eine katholische Pfarrkirche hier zu errichten. Heute finden wir hier ebenfalls einen Kindergarten und eine Grundschule.
Der Brunnen auf dem Gelände des Gemeindezentrums, ebenfalls in der Ortsmitte, symbolisiert die sechs Bauerschaften, die um die Ortsmitte, der Bauerschaft Langen verteilt sind.
Zwischen Ochsenberg im Norden, der Mittelwand im Westen und dem Heitberg im Süden, liegt der heutige Mittelpunkt unserer Gemeinde. Man kann sagen, in einem Tal, das allerdings zum Westen hin in eine Niederung übergeht. Rundum sind die anderen Ortsteile der heutigen Gemeinde Langen angeordnet, die diesen Ortsteil letztendlich vor etwa einhundert Jahren zum Mittelpunkt der Gemeinde gemacht haben.
In früherer Zeit wurden die heutigen Ortsteile als Bauernschaft bezeichnet. Wie einige andere Ortsteile, zeugt auch dieser Ortsteil von einer frühen Besiedelung. Am Südhang des Ochsenberges wurden bei der Errichtung von Häusern in der dortigen Siedlung, Reste von einem sog. Großsteingrab gefunden. Ebenso sind in der näheren Umgebung Tonkrüge und Scherben von Krügen gefunden worden. Es ist bekannt, daß schon vor 1830 das Großsteingrab zerstört wurde.
Pastor Meyer hat zu Langen folgendes ausgeführt:
Langen ist anfänglich Ortsname für die ganze Bauernschaft und kommt bereits 870 als Langen urkundlich vor. Die Bauernschaft hat ihren Namen, wie viele Orte gleichen Namens, von der langen Ausdehnung erhalten. Langen erstreckt sich vom Faller Moor bis nach Brockhausen. Die allerdings noch weitere Ausdehnung ist die von Nord nach Süd. Der Die alte Bauerschaft erstreckt sich in dieser Richtung von fast der heutigen Kirche in Bawinkel bis zu einem Zipfel südlich der heutigen Bundesstraße 214 in Thuine. In der großen Bauernschaft haben einzelne abgelegene Teile später besondere Ortsteilnamen erhalten: Espel im Jahre 1150, Rentrup 1264, Valderen 1278 = Nordholte 1550, Soping 1556 = Sopenhook. In der Gesamtbauernschaft trägt die Ansiedlung südlich des Ochsenberges den besonderen Namen Langen. Mit diesem eigentlichen Langen beschäftigen wir uns. An der Stelle der jetzigen Höfe kann eine uralte Siedelung bestanden haben. Ein Großsteingrab hat sich am Südabhang des Ochsenberges befunden in dem früheren Frerixschen Grundstück, welches vor 1830 zerstört wurde. Ein nicht transportabler Stein ist untergegraben und soll sich noch in der Tiefe des Ackers befinden. Die Einwanderer, welche dies Grab für ihre Sippe aus den Findlingen der Eiszeit erbauten, werden ihre Wohnplätze oberhalb wie unterhalb des Ochsenberges gehabt haben und auf dem Berg ihre Äcker.
Aus der Bronzezeit (2000 – 750 vor Christus) legt heute kein Hügelgrab Zeugnis für weitere Besiedelung in Langen ab. Der Langener Esch ist Niederungsgebiet, und das wurde in der heißen Bronzezeit von Siedlern gemieden. Es ist jedoch möglich, dass Gräber dieser Zeit bei der Beackerung des Esches verschwunden sind. Dagegen ist eine Neusiedelung in Langen in der vor- und nachchristlichen Eisenzeit (550 vor bis 500 nach Christus) anzunehmen. Dieser Zeit wird das Urnengrab westlich von Wöste zu zurechnen sein, welches beim Sand abfahren entdeckt wurde. Das ist alles, was über die vorgeschichtliche Zeit über Langen zu berichten ist.
Mit 800 nach Christo treten wir in die geschichtliche Zeit ein, da das Christentum im Venkigau durch die Missionszelle zu Visbeck und dessen Abt Castus eingeführt wurde. Nach einer Urkunde Ludwigs des Frommen, war 819 die Taufkirche zu Freren vorhanden. 855 wird die Missionsanstalt Visbeck geschlossen, weil ihr Dienst getan war. Die Wirkung dieser Missionsarbeit ist 870 bereits in Langen zu spüren. Ein freier Bauer der Bauerschaft hat sich in der vorhergehenden Zeit dem Kloster Werden an der Ruhr übergeben, um vom Heeresdienst frei zu werden und den Schutz und die Fürbitte des Klosters zu genießen. Das ältere Heberegister des Klosters Werden um 870 meldet uns den altdeutschen Eigennamen des freien Bauern und seine jährlichen Abgaben an das Kloster: Im Venkigau aus Langon, Egilburg gibt 12 Scheffel Roggen, 1 Scheflffel Hermalter 8 Denare Heeresschilling. Die beiden letzten Angaben beziehen sich auf die Befreiung vom Heeresdienst, den das Kloster für den Schützling übernimmt.
In einer wenig jüngeren Liste um 890 ist auf Egilburg der Sohn Folkeri gefolgt, die Abgaben sind etwas geändert: 12 Schfl. Roggen, 12 Scheffel Gerste für die Beherbergung der Mönche, welche die Abgaben selbst einsammeln. Der Heerschilling wird nicht mehr in Geld entrichtet. Die Plünderung durch die Normannen hat die Bevölkerung arm gemacht, -sondern durch ein 1 jähriges Schaf, das 8 Denare wert war.
Wir können diesen Kloster Werden eigenen Hof in Langen noch weiter verfolgen. Er findet sich um 1150 unter den Einkünften des Werdener Oberhofs Schapen: Uebete lieferte 2 Schfl. gemälzten Roggen dorthin; 2 Krüge Honig; 2 Schweine, 1 Denar für 1 Huhn, für den Königsdienst 7 Denare. Daraus ist ersichtlich, was damals die Landwirtschaft erzeugte: Roggen steht an 1. Stelle, danach Gerste, das Mälzen des Korns für Brauerei ist bekannt, Bienenzucht wird auf den Höfen getrieben, Schweine u. Hühner werden gehalten. Die Abgabe für den Heeresdienst besteht noch fort und weist auf 870 zurück. Drei altdeutsche Vornamen wie sie von 870 – 1150 in Langen gebräuchlich waren sind so erhalten: Egilburg, Folkeri, Uobete. Hofesnamen kommen erst um 1300 auf. Die Nachforschung, welcher Hof mit diesem gemeint ist, wird unter Nordholte durchgeführt.
Auch Kloster Corvey an der Weser; dem 855 die kirchlichen Einkünfte von Visbeck zufielen, hatte ein Erbe in Langen zu eigen, von welchem eine Einkommensliste aus dem 11.Jahrhundert Kunde gibt. An den Corveyischen Haupthof in Freren ist jährlich aus Langun der Zehnte von einem Pflug zu liefern. Hier fehlt nicht nur der Name sondern auch die Höhe der Abgabe. Der betreffende Hof ist nach Zehntrecht ausgetan. Jede 10. Garbe wurde vorm Einfahren ausgesondert, später wurden die Zehnten nach dem Jahresdurchschnitt festgesetzt und das daraus anfallende Korn abgeliefert. Es handelt sich in diesem Fall um Pachtzehnten, nicht um Kirchenzehnten, wie sie nach der Bildung der Parochie Lengerich den damals vorhandenen Erben auferlegt worden sind. In Langen haben diese Kirchenzehnten 1550 noch zu entrichten, Kimman von allem Baulande, und Wiggermann den Sackzehnten mit 1 1/2 Molt Roggen, und zwar an den Herrn zu Lingen. Die urkundlichen Nachweisungen über die Kirchenzehnten in ganz Langen sind bei Espel gebracht. Wir gehen weiter in den alten Urkunden. Am 21.Oktober 1332 schenkt Graf Nikolaus von Tecklenburg Gülde und Rente, die gezogen ist aus der Mark, zur Luchte der Kerken to Lengherke up der Wallage:
ton Velde 1 Molt Roggen und 2 Pfund Wachs von der Vrundemoldesmolen, item ton Velde 1 Pfund Wachs. Unter den unterzeichneten Zeugen stehen der damalige Inhaber der Velde Grumsmühlen Dyderich de Weldighe und Dethmar, der Schulte van Langen. Für diese laufenden Abgaben an die Kirche sind Zuschläge in der Mark erteilt, in Drope und Wettrup auch für die Anlage von Brinksitzerstellen. Von Höfen in Langen sind erwähnt: die Velde Grumsmühlen und der Schultenhof.
Eine Schenkungsurkunde Hinrichs von Langen von 1480 lautet im Wortlaut: Ick Hynrich von Langen Knappe, en recht holtgreve der marke en burschap van Langen en Jutten myner echten hausfrauwen und vor alle myne kinder und erwent, hebbe overgelaten vor eine ewige memoria in de er godes besonders op den altar der ewigen Himmelsförste Joh. Baptist Evangeliste in der Kerspelkerken mit der maellüde un gemeine bur gude wyllen: 6 Schepelsat belegen up Langer Esch tüschen Langen un Espel.
Der 2. Schepel landes belegen synd tüschen lande hoerende to Suermans erve, anderseits horende to de Sule, die z. Zeit Manninck underhefft. Ein Schepel belegen up dem Halasche tüschen lande von Manninck un Slymink, um 3 Schepel up dem Hüberge tüschen lande das Quaden to Rentorpe un der Sulen, die tor tyt underhefft Slym eilert.
Noch etwas über eine Urkunde aus Stein: Aus der Zeit um 1500 wird das alte Steinkreuz herstammen, welches ursprünglich an einem Kreuzweg gestanden hat. Es ist laut der Überlieferung für einen Bauernsohn gesetzt, den sein Bruder im Zweikampf mit der Armbrust getötet hat. Der Jüngere soll zum Älteren vorher gesagt haben: Schieß wisse, ick schieße misse. Er wollte also nicht der Überlebende sein. Die Getöteten legte man an den Kreuzweg, damit kein Bauerschaftsteil dafür haftbar war. Sie wurden dort auch bestattet und ihnen ein Steinkreuz gesetzt, damit sie im Grabe Ruhe fanden. Den Angehörigen mußte das Wehrgeld gegeben werden. Dies altdeutsche Recht galt, bis Kaiser Karl V die neue Gerichtsordnung 1532 heraus gab, welche für jeden Mord die Todesstrafe vorschrieb. Deshalb gehören die alten Steinkreuze, die sich hierherum vorfinden, der Zeit vor 1530 an. Damit sind die Nachrichten über Langen aus der Zeit vor 1550 erschöpft.

Nordholte
Der Ortsteil Nordholte wurde in früheren Jahren “Valderen” (Holzung, Wald), benannt. Bedingt durch die Landesstraße hat man vorher zum Teil diesen Ortsteil als Mittelpunkt gesehen. Die erste Gastwirtschaft in der Gemeinde, war die Gastwirtschaft Lullmann, in Nordholte, die bereits um 1800 erwähnt wird.
Nordholte ist der nördliche Ortsteil unserer Gemeinde. Kommt der Name vom „Nördlichen Holz“, also dem Gebiet welches nördlich der Ansiedlungen am Ochsenberg, und den Ansiedlungen in Ruten, Espel und Rentrup liegt?
In früheren Jahren (1278/79) wurde dieser Ortsteil unter dem Namen „Valderen“, das heißt „Waldungen“, erwähnt. Somit ist sicher, dass die Ortsteilbezeichnung mit dem früheren Baumbewuchs dieses Gebietes in einen Zusammenhang zu bringen ist.
Der Ortsteil zieht sich vom Esch bis in den Bruch über ca. 3 km hin. Begrenzt im Osten von etwa der Gerstener Straße und der Bawinkler Straße im Westen. Bis in die Zeit der Markenteilung soll sich die Gemarkung bis an den Ortskern von Bawinkel erstreckt haben.
Außer dem Esch zur Ortsmitte, gibt es in Nordholte kein weiteres Eschland, dass deutet darauf hin, dass in früherer Zeit nur der Eschrand besiedelt war. Die vielen Kämpe weisen weiter darauf hin, dass früh damit begonnen wurde, weiteres Ackerland für die Höfe zu gewinnen. Kämpenamen sind:
Feldkamp – hinter Lügermann
Kamp – vor Thiering
Steinkamp – hinter Uhlmann
Engelbertz Kamp – an der Feldstraße
Hahnenkamp – bei Barke (nach dem Brinksitzer Hahnen benannt)
Hüttenkamp – Hinter der Siedlung Sandkuhle
Lohekamp – (lo – Lichtung im Gehölz)
Von der früheren Bewaldung des Ortsteils Nordholte ist wenig übrig geblieben. Eine zusammenhängende Fläche von etwa 180 ha, die Holtkämpe, etwa in der Mitte dieses Ortsteils besteht zur Zeit noch und wurde in den Jahren 1952/55 zum größten Teil neu bepflanzt und aufgeforstet. Da der Boden in diesem Gebiet leicht hügelig ist, nannten es unsere Vorfahren Bulkesberge (Bulkes – von Hügel) oder aber auch Wulfkesberge (Wulf – von Wolf). Auch dieses wird zutreffen, da noch nach 1600 in der hiesigen Gegend Wölfe geschossen worden sind. Im Übrigen war und ist dieses Gebiet bis in die heutige Zeit als sehr Wildreich bekannt.
Das sich die Natur in unserem Ortsteil, südlich der Holtkämpe, nicht nur während der Flurbereinigung in den 50er und 60er Jahren verändert hat, bestätigt eine Aussage meiner Großmutter Theresia Lullmann, die des öfteren erzählte, dass die „Steinkämpe“ zwischen Uhlmann, Feldker, Knoop und Hermeling in ihrer Jugend noch Heideland gewesen sind.
An der Brookstraße, also der Straße in den Bruch, war bis zur schon erwähnten Flurbereinigung, in Höhe der jetzigen Siedlung Koldehoff, eine Lehmkuhle. Hier haben sich die Langener und Bawinkler Bürger über Generationen mit dem notwendigen Lehm versorgt. Da der Weg mitten durch die entstandenen Lehmkuhlen führte, hatte man immer das Gefühl, durch ein Sumpfgelände zu fahren, da diese, sowie auch der Weg Sommers wie Winters fast immer unter Wasser standen.
Hinter den Holtkämpen, also im Norden, ist ein kleines Naturreservat erhalten geblieben, das „Kleine-Witte-Fehn“. Mit ca. 8 ha ist es nicht besonders groß, aber mit etwa ¼ als Wasserfläche eine heimische Oase. Da der Teich jedoch in wasserarmen Zeiten austrocknet, ist der Bestand für die Zukunft sehr gefährdet.
Als das Witte-Fehn zur Zeit der Flurbereinigung (rundherum Entwässerung) erstmals, oder zumindest nach sehr langer Zeit austrocknete, hat man an der tiefsten Stelle Weidenkörbe voll Aale aus dem Wasser geholt.
Auch heute gibt es am Witte-Fehn noch Pflanzen, die bei uns in der Natur nur noch ganz selten zu finden sind.
Für uns Kinder war das Witte-Fehn in den Sommermonaten unsere erste Badeanstalt. Hier haben wir in einem Graben, der an der östlichen Seite von den Erwachsenen (ca. 50 m) im Wasser gegraben war, unsere ersten Schwimmversuche unternommen. Im Übrigen war das Wasser ja angenehm warm, da es ja nicht sehr tief war.
Das Witte-Fehn ist heute Naturschutzgebiet.
Ein weiteres in Nordholte gelegenes Naturschutzgebiet ist der „Deepen Brook“. Diese Fläche dürfte um die 10 ha groß sein und ist in der heutigen Form überwiegend mit Reed, Gebüsch und einem Erlenbruch bewachsen. In meiner Kindheit war der größere Anteil mit Reed bewachsen, welches im Winter für Bedachungen und andere Verwendungsarten geschnitten wurde. Da die Naturschutzbehörde den Hochwuchs der Erlen nicht beseitigen will, wird sicherlich in absehbarer Zeit dieses Gelände austrocknen. Zumal durch die Entwässerungsmaßnahmen in den 50 er Jahren der Grundstock für eine Trockenlegung erfolgt ist.
Bis zur Entwässerung und Kultivierung in der Gemeinde Langen waren in unmittelbarer Nähe, etwa hinter der heutigen Hofstelle Wiggermann, weitere drei Kölke, das sogenannte „Kaienvenn“. Das Wasser in diesen ca. 1,50 m tiefen Löchern reichte fast das ganze Jahr hindurch bis an den Rand der diese Tümpel umgebenden Wiesen. Im Sommer machten tausende von Fröschen in den Abendstunden ein Ohrenbetäubendes Konzert. Dieses Nass- und Feuchtgebiet dürfte sich in früheren Jahren bis an die Feldstraße (Straße nach Thiering) hingezogen haben, da dort auch größere Untiefen und Wasserlöcher anzutreffen waren.
Ein neuerliches, kleines Biotop hat die Gemeinde Mitte der 90er Jahre hinten im Bruch, ca. 300 m von der Bawinkler Grenze entfernt eingerichtet. Hier besteht allerdings in den Sommermonaten auch das Problem des austrocknens für die Wasserkuhle.
Die ursprüngliche Besiedelung des Ortsteils verlief ausschließlich am Rande des Esches, also zwischen Esch und beidseitig des Verkehrsweges, der Landesstraße. Davon ist heute allerdings nicht mehr viel zu sehen. Mit den Absiedlungen und den Heuerhäusern wurde weiter im Feld an Kämpen und Brüchen gesiedelt.
So wurde der Hof Thiering in den 20er Jahren vom Eschrand bei Tegeder an den jetzigen Standort angesiedelt und die letzten Aus- bzw. Umsiedlungen fanden in der Folge der Flurbereinigungsmaßnahmen in den 60er Jahren statt.
Da es sich bei der Gemeinde Langen um eine flächenmäßig große Gemeinde handelt, wurde im Jahre 1890 eine Schule in Nordholte, für die Ortsteile Sopenhook und Nordholte errichtet. In den Jahren danach, in denen ein Kirchenbau in Langen diskutiert und geplant wurde, kamen auch Vorschläge, die Kirche auf dem Ochsenberg oder auch weiter nach unten, Nähe der Landesstraße zu errichten. Da zu dieser Zeit ein Ortsmittelpunkt, wie es ihn heute gibt, nicht vorhanden war, ist dieses Ansinnen als gar nicht abwegig einzustufen. Auf jeden Fall hat der Streit um diese Planung, sowie andere, die Gemeinde betreffende Querelen später dazu geführt, dass die Nordholter sich mit ihren verbündeten Ortsteilen von der politischen Gemeinde Langen lossagen und eine eigene Gemeinde gründen wollten. Die einzigen in Langen befindlichen Gaststätten im 19.ten Jahrhundert waren im Ortsteil Nordholte.
Auch die Kirmes, die ja in früherer Zeit in einem Gemeindeleben ein jährlicher Höhepunkt war, wurde bis zum Ende der 50er Jahre in Nordholte abgehalten.
Hierrüber, über die Schulen und unsere Pfarrkirche werden wir in späteren Jahren gesondert berichten.
Über die Besiedelung in Nordholte in den letzten 100 Jahren kann man drei wesentliche Punkte nennen, die das Ortsbild doch erheblich verändert haben.Der Wegzug und die Aussiedlung mehrere Höfe und Häuser, die sich im Dreieck Overberg – Tegeder (früher Lullmann) – und Bauer (früher Engelbertz) befunden haben. Es waren:
Kahle
Möller
Manemann
Schmees – Schröder
Uhlen
Schultejan
Die Besiedlung der „Sandkuhle“ an der Gerstener Straße nach dem Kriege.Nach dem Krieg wurde dort, in einer Sandkuhle, aus der die Landwirte bei Bedarf Sand abgefahren haben, erst einmal eine Baracke aufgebaut, in der mehrere Flüchtlingsfamilien untergebracht waren.
Die Neugründung der Aussiedlerhöfe an der heutigen Brookstraße im Wege der Kultivierung und Verkoppelung der Liegenschaften Ende der 50er bis Mitte der 60er Jahre.Betroffen sind hier:
der Hof der Familie Josef Koldehoff
der Hof der Familie Alfons Haarmann
sowie der Hof der Familie Ewald Meiners

Sopenhook
Im Nordosten befindet sich der Ortsteil Sopenbook.
Dieser hat seinen Namen von einer alten Wassermühle, bzw. von dem Graben, der das Wasser hierfür lieferte, und die Sopen bzw. Saipenmühle benannt wurde.
Der Ortsteil Sopenhook liegt im Nordosten der früheren Bauernschaft Langen. Etwas abseits, deshalb auch Hook, dort in der Ecke, genannt.
Im Norden verlaufen die Grenzen entlang der Bauernschaft Gersten und im Osten grenzt die Gemeinde Lengerich, Lengerke up de Wallage.
Nach alten Beschreibungen zu urteilen, dürfte der Sopenhook früher zum Ortsteil Valderen (Nordholte), dem im Norden gelegenen Holz, gehört haben. Auch Schriever berichtet in seiner Beschreibung nur von fünf Bauernschaftsteilen in Langen. Durch die besondere Lage zum „Valler Moor“ und dem dazu gehörendem Abzugsgraben, in alter Zeit auch „Snob“ genannt, wird diese Bezeichnung im Laufe der Zeit auf „Sopenhook“ umbenannt worden sein. Also, der Hook, der an einem Graben liegt. Eine weitere Vermutung der Namensgebung, die jedoch der vorherigen sehr gleicht, ist die Annahme dass der Name aus dem Militärischen von „Sappe“, auch tiefer Graben, abgeleitet wurde. Zumindest ist eine der ersten Ansiedlungen „Sope“ oder „Saipe“ genannt, ebenfalls damit in Verbindung zu bringen. Auch ist in alten Beschreibungen zu lesen, dass man den Hook auch schon „Beckhook“ genannt hat. Entweder hat man sich dann wieder auf die Plattdeutsche Ausdrucksweise erinnert oder man hat dann letztendlich den Namen nach dem Hof Saiping – Sope benannt.So wird auch vermutet, dass der Name „Valler Moor“ daher rührt, das in den Tümpeln des sumpfigen Quellgebietes ein Fisch mit dem Namen „Waller“ gefangen wurde.
Begrenzt wird der Sopenhook im Süden von der in Ost – West Richtung verlaufenden Landesstraße 60. Sicherlich auch ein frühzeitig benutzter Handelsweg aus der Quakenbrücker Gegend. Von dieser Straße aus, beim jetzigen Straßenschild „Zum Holtesch“, hinter dem Rottesch erreicht man den Sopenhook. Im Westen finden wir dann die Gerstener Straße, ein Verbindungsweg mit der Nachbargemeinde Gersten.
Der große, im nördlichen Bereich liegenden „Holtesch“, deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil des Sopenhookes früh besiedelt war. So sind ja, wie schon in früheren Blättern aufgeführt, die Esche die ältesten Hofstellen der Besiedelungen. Später hat man dann die Gehöfte an die Eschränder verlegt, um in den angrenzenden Niederungsgebieten die Weidewirtschaft zu betreiben.
Zum Quellgebiet des Valler Moores mit den dazu gehörenden Tümpeln, welches in den 60er Jahren entwässert und kultiviert wurde, gab es in der süd– westlichen Ecke, zwischen der heutigen Siedlung Sandkuhle und der Nordholter Schule ein weiteres Sumpfgebiet, den Dickbrook. Auch dieses Nuturdepot wurde in den 60er Jahren bei der großen Entwässerung und Kultivierung in unserer Gemeinde, vernichtet.
Ein weiteres Nässegebiet waren die „Faulen Wiesen“. Diese lagen im Nordwesten des Ortsteils und reichten mit ihren Ausläufern bis an die Gerstener Straße. Auch das dürfte für die Annahme der späten Besiedelung eine Begründung sein, dass man Niederungsgebiete für die Besiedelung gemieden hat.
Schriever berichtet, dass um 1350 hier schon ältere Höfe bestanden, die auch, wie sonst um diese Zeit selten, mit Familiennamen belegt waren und zu den verschiedensten Herren gehörten und denen gegenüber Zehntpflichtig waren.
So wird hier auch schon ein Jasper Saiping, ein freies Vollerbe genannt, dessen Lehnsherr ein „Nicolaus to Astorphe“ (Rheine) war.
Auf dem Sopenhook, wie man sagt, befand sich bis zur Boden-Kultivierung etwa 1960, am Hof des Bauern Sope-Kallage, eine Wassermühle, die auch bis in diese Zeit betrieben wurde. Weiter fand sich an der Gerstener Straße die Schmiede Burke, von welcher auch ab etwa Anfang der 50er Jahre bis zum Jahre 2004 eine Gaststätte betrieben wurde. Ebenso hat nach dem Kriege ein Herbert Bartel, der aus dem Osten kam und in Sopenhook ein Zuhause gefunden hat, dort ein Landwirtschaftliches Lohnunternehmen betrieben. Auch eine Schneiderei wurde von Josef Feld, wohnhaft an der Gerstener Straße, geführt. Heute finden wir in Sopenhook nur noch den KFZ Handel und Reparatur Dieter Gerling.
Ruten
Im Osten findet sich der Ortsteil Ruten.
Ob dieser Name nun von dem alten Gewichtsmaß “Ruten” (15 Ruten sind ein Spint, 4 Spint ein Scheffel) oder von dem alten Bewohner dieses Ortsteils “Albert Ruten” abstammt, kann heute mit Bestimmtheit keiner sagen.
Für den Heimatverein Langen möchte ich seinen Mitgliedern sowie alle Interessierten aus Aufzeichnungen, mit Ergänzungen von mündlichen Überlieferungen über der Ortsteil Ruten sowie dem Fastabend Ruten berichten. Erzählen von Höfen und Heuerstellen sowie von den Menschen die hier wohnten und heute noch wohnen.
Zuerst möchte ich herausheben, dass es ein Verdienst von Pastor Meyer war, das uns heute noch diverse Aufzeichnungen zur Verfügung stehen. Pastor Meyer war von 1908 bis 1947 Pastor der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Lengerich. In diesen Jahren hat er für das ganze Kirchspiel Lengerich eine Chronik erstellt.
Hermann Remmers hat diese abgeschrieben und für die einzelnen Gemeinden zusammengefasst. So ist es für uns möglich, den Bestand der Höfe und Ihrer Familien mit Jahreszahlen, zumindest bis zu einem bestimmten Zeitraum zurück, nachzuweisen. Nach den Aufzeichnungen von Pastor Meyer hat die Siedlung einzelne Ansiedlung Ruten schon um das Jahr 880 bestanden. Wann nun diese Ansiedlung Ruten von der Lehnsherren vom Kloster Werden, dem Kloster Wietmarschen oder zum Beispiel der Hof Topper von den Herren von Lingen oder aber von einem anderen Herren gegründet, bzw. Eigenhörig wurden, ist nicht mehr zu ermitteln. Vermutlich haben sich hier Menschen in der Vorzeit schon als “Freie” niedergelassen und kleine Hofstellen errichtet. Das dann diese Höfe später zu Lehnshöfen wurden, ist im allgemeinen darauf zurück zu führen, dass die Bauern dem Landesherren nicht als Soldat oder in anderer Weise dienen wollten oder konnten, dafür aber entsprechende Abgaben zu leisten hatten. Zum Schutz vor räuberischen Horden und kriegerischen Gruppen boten diese Landesherren (Fürsten und Bischöfe) ihr Machtpotential dem Eigenhörigen an und kassierten eben dafür Abgaben in der Art von Getreide, Vieh, Holz, Honig und Anderem.
Im Gegensatz zu einer einzelnen Ansiedlung wird hier in Ruten aber davon ausgegangen, dass eine Gruppenansiedlung von mehreren Familien erfolgt ist.
Nach den Funden in Grabstellen und dem Nachweis der Hügelgräber in Ruten und beiderseits am Espeler Kirchweg und auf Kocks Berg, sowie Funden von Urnen in der früheren Rutener Sandkuhle (am BW-Depot), ist festzustellen, dass hier auch weit vor dem Jahr 880 schon Menschen gewohnt haben und da bekannt ist, das eben diese Hügelgräber etwa ab dem Jahre 2000 vor Christus, bis eben zu dieser Zeit etwa 800 nach Christi Geburt zur Bestattung der Verstorbenen dienten.
Denkt man darüber nach, woher der Name Ruten kommen könnte, stellt man fest, dass dieser Name für verschiedene Dinge und Maße benutzt wird.
Da gibt es zunächst die Ruten vom Knecht Ruprecht, die aus einer Bündelung von dünnen Zweigen besteht.
Dünne Äste (Stöcke) werden auch als Ruten bezeichnet.
Dann gibt es die Sprossen der Fenster, welche die Fensterscheiben aufteilen. Auch diese werden Ruten genannt. Beim Kartenspiel wird die Farbe Karo als Ruten bezeichnet. Der Schwanz vom Hund oder der beim Raubwild heißt auch Rute.
Dann gibt es ein Gewichtsmaß, welches schon weit über tausend Jahre benutzt wird und ebenso Ruten heißt. 15 Ruten sind ein Spint, 4 Spint ein Scheffel, 12 Scheffel ein Malt.
Da ein Scheffel 30 Pfund hatte, kamen nach heutigem Gewicht 250 Gramm auf ein “Ruten”. Da das Malt ein uraltes Maß für Mahlgut (Mehl) ist, könnte man auch davon ausgehen das ein “Ruten” als ein entsprechend kleineres Maß für dergleichen benutzt wurde.
In einer Chronik von 1619 wird bei einer Flurbereinigung der “Ruten” als Längenmaß verwendet.
Hier wird berichtet, daß ein “Ruten” 15 Holtfuß lang ist. Zwei Holtfuß sind eine Elle. Zudem wurde der “Ruten” als Flächenmaß verwendet. Auf 60 Ruten kam ein Schepel. Drei Schepel sind ein Morgen.
Dann taucht bei der Flurbereinigung und Eschvermessung der Name „Ruten Albert“ auf. Dazu kann aus heutiger Sicht festgestellt werden, dass Herr Albert Ruten, der wahrscheinlich mit der Vermessung zu tun hatte, und vermutlich daher, oder weil er in Ruten wohnte, seinen Namen davon bekommen hat. Diese Vermessung wurde im Jahre 1685 abgeschlossen. Als “Freier” oder “Eigener” hatte er am Weg von vor Holterhus, Richtung Topper seine Hausstelle errichtet. Der Eichenbusch beim Weideschuppen von Grote zeigt noch heute die Hofstelle im Gelände an.
Die oben erwähnte Eschvermessung wurde bereits im Jahre 1619 abgeschlossen.
Die Eintragung in der Chronik berichtet, dass es um 1550 vier Vollerben in Ruten gibt die in geschlossener Lage angesiedelt waren. Sie lagen am Topp- und am Schuiresch, die zur damaligen Zeit schon alte Eschsiedlungen waren. Wenn man bedenkt, dass der Eschboden sich nicht selbst gebildet hat, sondern über Generationen von Menschenhand geschaffen wurde, muss doch viel, viel früher dort Ackerbau betrieben worden sein um den Boden so herzurichten.
Wege von Ruten führen zur heutigen Ortsmitte, sowie einer zur Landesstraße in Nordholte. Der Weg zur Ortsmitte, der über den Esch führt, wurde während des 1. Weltkriegs mit der Arbeit von französischen Kriegsgefangenen tiefer gelegt. Die Befestigung zu einer Straße erfolgte anfänglich im Jahre 1926. Im Jahre ——- wurde dieses beendet.
Seit dem Anfang des 20.ten Jahrhunderts gab es die Schmiede Lügering, später Holterhus, in Ruten.

Espel
Im Süden befindet sich der Ortsteil Espel.
Früher Espelo. Der Name kommt, wie man leicht erkennt, von Espe = Espe, Zitterpappel. Lo heißt Lichtung im Wald. Vermutlich also Lichtung im Espenwald. Zu Espel gehörte auch die letzte Windmühle der Gemeinde, die im Jahre 1933 durch einen Sturm vernichtet wurde. Ebenso als alter Windmühlenstandort gilt der Windmühlenberg an der Grenze zur Gemarkung Thuine. Hier sei auch noch bemerkt, dass der Windmühlenberg mit 91 Metern über 00, die höchste Erhebung im Landkreis Emsland ist. Heute finden wir auf dem Windmühlenberg Wasserbehälter des „Wasserverbandes Lingener Land“, von hier erfolgt die Verteilung von Trinkwasser an die Abnehmer in Lingen und im Altkreis Lingen.
Wenn man einen neuen Namen hört, oder über ihn etwas wissen will, fragt man sich natürlich zuerst, woher der Name kommt. Domkapitular Pastor Ludwig Schriever, der ja viel über die Niedergrafschaft Lingen, unsere Heimat, geschrieben hat, vermerkt in seinen Aufzeichnungen, dass der Name Espelo im Heberegister des Oberhofs in Schapen, der zum Kloster Werden gehörte, bereits im Jahre 1150 erwähnt wird und von Espenholz (Zitterpappel) herstammt. Das Teilwort “lo” bedeutet, eine Lichtung im Wald. Also eine Ansiedlung auf einer Waldlichtung. Hier darf man sicherlich das, was wir heute oft im Fernsehen über die Regenwaldbewohner in Südamerika sehen, als ähnliche Siedlungsart ansehen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Schreibweise immer wieder geringfügig geändert, wie z.B. “Espell” oder heute Espel.
Betrachtet man die Lage dieses Ortsteils, der Süd – Östlich unserer heutigen Ortsmitte liegt, kann man stark vermuten, dass dies, mit dem Ortsteil Rentrup, die erste Ansiedlung in unserer Gemeinde gewesen sein dürfte. Gegenüber den anderen Ortsteilen unserer Gemeinde, werden diese auch bereits früher genannt. Natürliche Hinweise sind die nahen, alten Kultstätten wie der Tachelberg, der Windmühlenberg, der Goldberg, die Goldkuhle und die Golden Dille. Ebenso die Nähe zu den Großsteingräbern in Rentrup und Thuine. Dazu haben wir im Vorjahresheft Nr. 7 auch bereits geschrieben. Wie hat es ehemals dort ausgesehen, wo sich hinter Espel das große Waldgebiet hinzieht.
Dort wo der heutige Ortsteil Espel angesiedelt ist, dürften auf dem etwas feuchterem Boden überwiegend Espenholz gestanden haben. Die weitere Landschaft dürfte eine Heidelandschaft mit viel Baumbewuchs von Eichen, Birken und Krüppelkiefern die Landschaft geprägt haben. Da in alten Schriften die Bezeichnung “Valderen” , was so viel bedeutet wie, größere bewaldete Gegenden, dieser Landstrich beschrieben wird, kann man von dieser Vermutung ausgehen.
Wer von dem alten Espel noch etwas erzählen kann, der weiß auch, das Wasserkölke und kleine Bäche den Ortsteil mit geprägt haben. Im Übrigen ist, wie auch Schriever bereits vermerkt hat, der Wasserstand für Brunnenwasser, erheblich niedriger wie in den anderen Ortsteilen unserer Gemeinde. Das konnten wir sogar als Kinder feststellen, wenn wir zum Bickbeempflücken in die Wälder am Windmühlenberg gingen. Am Wegesrand hatte ein Bauer einen Brunnen gegraben, der meines Wissens 28 Ringe = 28 Meter – tief war, aber nur selten Wasser hatte.
Verbindungswege von und nach Espel waren der Weg (auch für die übrigen Langener) nach Thuine. Dieser war sicherlich für die Langener sehr wichtig, da Thuine auch schon sehr früh eine Kirche hatte. Ein anderer Weg war der sog. Kirchweg nach Lengerich, den auch die Rentruper benutzten. Ebenso gab es eine Verbindung mit der Ansiedlung in Sudderwehe. Diese wird auch schon sehr früh bestanden haben. Ein weiterer Weg führte zur heutigen Ortsmitte sowie ein anderer nach Rentrup, der weiter über Baccum nach Lingen führt. Genauso wird der Holländerweg, der wie in Rentrup direkt am Ortsteil vorbeiführt, eine wichtige Verbindung gewesen sein, da der Handel mit den Hollandgängern eine wesentliche Einnahmequelle gewesen sein dürfte. Der Weg von Langen, der heutigen Ortsmitte nach Espel wurde im Jahre 1933 befestigt.
Da das Klima (in der) bis in die Bronzezeit in der hiesigen Gegend eher subtropisch, also wesentlich wärmer gewesen sein soll, wird in Fachmännischen Kreisen davon ausgegangen, dass die Menschen damals auf den Anhöhen wohnten und auch da (rund ums Haus) ihre Felder kultivierten. Die vorhandenen Esche, die im Mittelpunkt fast alle eine Anhöhe haben, könnten diese Theorie bestätigen.
Nach dem Absinken des Klimas wurden dann die Siedlungen in dieNiederungen, also an die Ränder der Esche, den heutigen Ortsteilen verlegt.
Die Espeler sind die Bergbewohner unserer Gemeinde. Mit 91 Meter über NN ist der Windmühlenberg die höchste Erhebung im Landkreis Emsland.
Die Großsteingräber waren die Begräbnisstätten (Familiengräber) der umliegend wohnenden Sippen bis etwa 2000 vor Christus. Eine weitere Besonderheit sind die danach angelegten Grabhügel aus der Bronzezeit ( etwa 2000 – 1000 vor Christus). Diese wurden in einem bestimmten Abstand zu den Ansiedlungen angelegt und befinden sich wie schon früher vermerkt, mit elf Gräbern am alten Kirchweg nach Lengerich und weiteren neun Gräbern am Pascheberg (in Nähe des Hauses Schomaker), also am alten Weg nach Thuine, von dem aber mindestens zwei zerstört wurden. Hierzu sei noch erwähnt, daß diese Grabhügel unter staatlichem Schutz stehen und nicht zerstört werden dürfen. Auch das wilde Nachgraben steht unter Strafe. Eines von den zuletzt erwähnten Grabhügeln ist wesentlich größer wie die Anderen. Dieses dürfte ein Häuptlingsgrab sein.
So ist auch bekannt, dass der Pascheberg (platt: Paoskeberg), früher nicht nur zum abbrennen von Osterfeuern diente, sondern von Alters her als Kultstätte benutzt wurde und in der Bronzezeit zum verbrennen der Leichen, also zur Brandbestattung genutzt wurde. Dazu muss man wissen, dass in den Grabhügeln nicht die Leichen, sondern Urnen mit der Asche der Verstorbenen beigesetzt sind. Sicherlich hat es auch an anderen Stellen in unserer Gemeinde Grabhügel gegeben. Die verschiedenen Fundorte von Urnenteilen, so auch am Ochsenberg sind Zeugnisse dieser Zeit.
Von den Funden am Pascheberg soll sich auch eine Urne im Lingener Museum befinden. Auch vor dem Hof Rickermann zum Esch hin, soll sich ein Urnenfriedhof (Gräberfeld) befunden haben. Bei den vorher beschriebenen Hügelgräbern kann davon ausgegangen werden, dass diese aus gewachsenem Boden, also ganz normal auf dem Boden angelegt wurden. Das angesprochene Grabfeld bei Rickermann ist jedoch anders angerichtet und man geht davon aus, dass man hier etwa 3/4 des Bodens ausgehoben und dann über allem einen kleinen Hügel geworfen hat. Eine Anreihung der Gräber ist auch hier gegeben.
Der Ortsteil Espel ist rein Landwirtschaftlich geprägt und hat bis auf die frühere Windmühle auf dem Heitberge und nach deren Zusammenbruch durch die weitere Nutzung einer elektrisch betriebenen Mühle des Müllers Grelle, bis etwa 1960, keine Gewerblichen Betriebe zu vermelden. Dazu ist noch zu bemerken, dass der Windmühlenberg, wie schon der Name sagt, in alter Zeit auch schon der Standort für eine Mühle gewesen ist. Heute befinden sich auf dem Windmühlenberg die Wasser – Hochbehälter des „Wasserverbandes Lingener Land“. Von hier wird das Wasser abgegeben durch Rohrsysteme an die Bevölkerung im Altkreis Lingen. Neben den Hochbehältern befindet sich der Funkmast eines Telefonanbieters.
Der Windmühlenberg wird immer mehr zum Anlaufpunkt für Erholungssuchende. Wanderungen zum Ortsteil Sudderwehe, zum Großsteingrab bei Thuine, sowie zum Holländerpütt und in die Teufelsküche können ausgewählt werden.

Rentrup
Weiter nach Südwesten finden wir den Ortsteil Rentrup.
Der Name Rentrup wird, wie der Name Rheine, Reine von der Bezeichnung Rentier abgeleitet. Es ist in vielen Funden belegt, dass dieses Tier in früher Zeit auch in dieser Gegend heimisch war.
Vermutlich hat der Name Rentrup jedoch eine andere Bedeutung. Noch im Jahre 1264 heißt es Redinctorpe = Ratsleutedorf. Der Radberg, der eigentlich mit „t“, also Ratberg geschrieben werden müsste, ist seit alters her eine Kultstätte mit dem Großsteingrab und den späteren Hügelgräbern in der Nähe. Gleichzeitig ist es ein Ort, in dessen unmittelbarer Umgebung ein „Ratsplatz“ gewesen sein wird, auf dem zu Gericht gesessen wurde, aber auch wesentliche Dinge des Alltagsgeschehens besprochen wurde.
Die Bewohner von Rentrup waren somit die Leute, welche den „Ratsplatz“ in Ordnung halten mussten, aber auch für einen ordentlichen Ablauf einer angesagten Versammlung, als Beisitzer bei Gerichten, oder vielleicht auch für bestimmte (heidnische) Feiern zuständig waren.
Das die Gegend in und um unserer Gemeinde schon weit vor Christi Geburt, also vor über Dreitausend Jahren vor unserer heutigen Zeitrechnung bewohnt war, bestätigen die bekannten Zeitzeugen, die Großsteingräber, die sich in unserer Gemeinde befinden oder befunden haben. Zu diesen zählen auch die Reste des Großsteingrabes am Radberg im Ortsteil Rentrup. Auch Reste von späteren Hügelgräbern zeugen hier von früherer Kultur.
Vor der Jahrtausendwende gehörte die Mark Lengerich mit ihren Bauernschaften, zu denen auch Langen mit den Bauernschaftsteilen wie Rentrup, zum Venkigau. Dieses ist durch mehrere Eintragungen belegt.
Die Herkunft des Namen Rentrup wird, wie auch Rheine (Reine), aus dem Tiernamen “Rentier” hergeleitet. Dieses Tier, welches sich in den letzten Jahrhunderten in den hohen Norden zurückgezogen hat, war in früherer Zeit auch in den riesigen Wäldern unserer Gegend beheimatet. Knochenfunde von diesen Tieren bezeugen dieses Vorkommen.
Der frühere Bauernschaftsteil und heutige Ortsteil Rentrup ist gleichzeitig auch der Fastabend Rentrup. Über die Bezeichnung “Fastabend” haben wir in unserer Infoschrift 1997 bereits berichtet.
Der Ortsteil Rentrup liegt etwa 1 Kilometer südlich der Ortsmitte am Rande eines größeren Waldgebietes, den Staatsforsten. Dazu ist auch noch zu bemerken, dass es die Ortsmitte, wie wir sie kennen, erst seit dem Bau der Kirche gibt.
Vor der Jahrtausendwende gehörte die Mark Lengerich mit ihren Bauernschaften, zu denen auch Langen mit den Bauernschaftsteilen wie Rentrup, zum Venkigau. Dieses ist durch mehrere Eintragungen belegt.
Wie schon berichtet, gehörte die Bauernschaft Langen zur Marktgemeinde Lengerich und somit auch zum Kirchspiel Lengerich, bis dann um das Jahr 1910 eine Kirche (1.Teil) in Langen gebaut wurde. Der Weg zur Kirche nach Lengerich führte für die Rentruper zur damaligen Zeit über Espel (Espeler Kirchweg), nach dort.
Vor der Jahrtausendwende gehörte die Mark Lengerich mit ihren Bauernschaften, zu denen auch Langen mit den Bauernschaftsteilen wie Rentrup, zum Venkigau. Dieses ist durch mehrere Eintragungen belegt.
Wollte man die Kirche, oder sonst jemand in der Gemeinde Thuine besuchen, führte der Weg auch über Espel, durch die Espeler Schonung, weiter durch Feld und Wald nach dort. Der heutige Weg nach Thuine war damals sehr sandig und daher nur schwer passierbar und wurde somit ganz selten oder gar nicht genutzt. Die Straße nach Münningbüren und weiter nach Baccum war früher als Weg ebenso schlecht passierbar, da dieser Weg, der auch am “Witten Rieden” vorbei führte, sehr nass und schlammig war. Der “Witten Rieden”, von Alters her ein anmooriges Weidegebiet, stand mehrere Monate im Jahr unter Wasser. Die Straße von Rentrup nach Baccum ist erst im Jahre 1960 gebaut worden. Die Straße nach Thuine war etwa zehn Jahre früher gebaut worden.
Auf der heutigen Straßenführung in der Mitte von Rentrup stand bis Anfang der 50er Jahre ein Schafstall, der möglicherweise auch als Wohnhaus gedient hatte.
In den Jahren 1946 bis 1948 war bereits die Packlage der Straße von den Rentrupern im so genannten Hand- und Spanndienst, dem Herrendienst, zu dem alle Bürger verpflichtet waren, angelegt worden. Bis dahin gab es in Rentrup keine befestigten Wege. Wege, die in die heutige Ortsmitte Langen führten, waren, der heutige Weg (Thuiner Straße). Der Weg wurde 1947/48 bis Rentrup befestigt. Ein weiterer Weg, als Schulweg bekannt, führte über den Hof Kuper, mitten über den Esch ins Dorf. Dieser Weg wurde mit der Flurbereinigung in den 70er Jahren entfernt. Ein Dritter Weg, mit dem Namen “Müggenstroate” führt zwischen Kahle und Fryjan ebenfalls ins Dorf.
Ein weiterer sehr bekannter und von vielen tausend Menschen gegangener Weg führt von Osten nach Westen am Ortsteil Rentrup vorbei. Es ist der “Holländer Weg”. Dieser Weg verläuft parallel zu den alten Heer- und Handelswegen und wurde von den vielen tausend Hollandgängern genutzt, die über Generationen ihr Geld als Gastarbeiter in Holland verdienten.
Anfang des 20ten Jahrhunderts waren die meisten Häuser in Rentrup noch mit Stroh gedeckt. Erst nach 1920 wurde der größere Teil des Ortsteils Rentrup mit Strom versorgt. Bis dahin wurden die Wohnungen und Stallungen mit Petroleumlampen bei Dunkelheit erhellt. Abseits liegende Gehöfte und Häuser haben erst in den 50er Jahren elektrischen Strom bekommen. Für den Antrieb von Maschinen gab es aber schon stationäre Dieselmotoren oder aber es wurde der seit Generationen benutzte Göpel verwendet, der durch Pferdekraft in Bewegung gesetzt wurde.
Nach der Chronik gab es um 1550 zwei Vollerben in Rentrup. Diese Zeitfeststellung beruht auf damalige Eintragungen an den Höfen der Lehnsherren. Dabei dürfte festgestellt werden, dass diese beiden Höfe schon achthundert bis tausend Jahre früher bestanden haben.
Pastor Schriever, der ja die Geschichte unserer Heimat erforscht hat, berichtet, dass im Jahre 1264 der Konthur des Hauses zu Lage vom Tecklenburgischen Dienstherren unter anderem zwei Erben, das heißt zwei Höfe in Rentrup kaufte. Fünf Jahre später, also im Jahre 1271, überließ ein Engelbert de Dekenbrocke Pachtgüter in Rentrup dem Bischof von Münster. Um welche Höfe es sich hier handelte, ist dem Berichterstatter allerdings nicht bekannt. Da die einzelnen Höfe in den Bauernschaften nicht unbedingt den gleichen Dienstherren unterstanden, war so ein Wechsel von einem zu einem anderen Dienstherrn auch üblich.
In den letzten Kriegsjahren kamen viele Menschen aus dem Ruhrgebiet in unsere Gegend und suchten Unterkunft, da ihre Häuser in den Städten kaputt gebombt waren. Nach Kriegsende kamen die Flüchtlinge aus dem Osten. Jede Familie musste Flüchtlinge aufnehmen. So haben bei Többen z.B. drei Familien gewohnt. Zum Kriegsende waren auch noch viele polnische und französische Kriegsgefangene hier im Dorf, die bei Wintering im Saal geschlafen haben und tagsüber bei den Bauern arbeiten mussten. Nach Kriegsende haben diese dann viel geraubt und geplündert. Um sich davor zu schützen, hat man in jedem Ortsteil, jede Nacht mit zwei Leuten Wache geschoben. Die Wachen wurden alle zwei Stunden abgelöst.

Grumsmühlen / Klein Tirol
Grumsmühlen hat seinen Namen vom Inhaber einer früher dort stehenden Mühle, der Grummesmühle, die vermutlich so benannt wurde, weil sie beim Mahlgang stark gerummst hat.
Hier in Grumsmühlen hat der „Wasserverband Lingener Land“ ein Wasserwerk errichtet, bei dem aus dem Boden der Umgebung Trinkwasser gewonnen und weiter verarbeitet wird um es dann über die Behälter am Windmühlenberg an die Abnehmer zu verteilen.
Klein -Tirol, wo überwiegend nach dem 2. Weltkrieg angesiedelt wurde, ist von einem sog. B. Soldaten so benannt, weil er behauptete, daß die dortige Gegend fast so schön sei wie Tirol.
Eigentlich sind es ja 2 Ortsteile, bzw. der hier genannte Ortsteil Klein Tirol ist ein Bestandteil des Ortsteils Langen.
Beginnen wollen wir mit Grumsmühlen.
Grumsmühlen liegt im äussersten Westen der Gemeinde an den früheren Grenzen von Baccum, Brockhausen (Lingen) und Brögbern, die heute allesamt zur Stadt Lingen gehören.
In früheren Schriften wird Grumsmühlen als überwiegend nasses Gelände bezeichnet, in das die Bauern aus Langen, Baccum und Lingen ihr Vieh in die Mark trieben und somit dauernde Streitigkeiten an der Tagesordnung waren.
Grumsmühlen ist geprägt durch die Landesstraße 60, die mitten durch den Ortsteil führt und durch den Lingener Mühlenbach. Der Mühlenbach ist auch vermutlich der Ursprung für den Namen Grumsmühlen. Nach alten mündlichen Überlieferungen soll im Bereich des heutigen Wasserwerkes, evtl. mehr zur Lingener Straße, eine Mühle gestanden haben, die ein dumpfes Getöse machte, und so laut gerummst und gegrummelt haben soll, dass dadurch dann der spätere Name Grumsmühlen entstand.
Eine andere Mitteilung zur Siedlungsgeschichte sagt, dass aus erstgenannten Urkunden der Name Vrundemoldesmolen gewesen sei.
Außer dem Gut sind in Grumsmühlen im Laufe der Zeit Neusiedlungen entstanden, nämlich die Neubauern Moss, Kämper und Lewe.
Das Beiwort in der Ortsbezeichnung Grumsmühlen wird meist auf grummen zurückgeführt, also als Bezeichnung des Geräusches, welches Mühlen verursachen. Dem widerspricht die Namensform der Urkunde von 1332 “Vrundemoldesmolen”. Sie ist nur in einer Abschrift um 1500 erhalten. Das V zu Anfang wird aus G verschrieben sein. Dann beschreibt das Beiwort die Mühle, die im Grunde durch das Wasser angetrieben wurden, also als unterschlächtige.
Domkapitular Schriever vermerkt in seinen Ausführungen weiter, dass der Ortsteil sehr spät, also nach 1500 erstmals erwähnt wurde. Ob die Lage der Mühle den Erzählungen entspricht, oder an einem späteren Standort, an dem heute noch die Reste der Ölmühle zu sehen sind, kann sicherlich heute nicht mehr nachgewiesen werden.
Auf jeden Fall hat es irgendwann auch eine zweite Mühle gegeben, die mit ihren Resten heute noch als Buttkemühle (Putkemühle) bekannt ist.
Grumsmühlen war ehemals eine Besitzung der Fraterherren des Klosters zu Münster. Damit wird letztendlich auch bestätigt, dass hier weit vor 1500 schon gelebt wurde. Hier wird in fast allen Beschreibungen erwähnt, dass Grumsmühlen eine “Welde” war. Die “Welde” ist ein Jagdgebiet, das auch als solches genutzt wurde. Der Hof Grumsmühlen war ein Halberbe und hatte um 1550 etwa 50 Morgen Ländereien. Wiesen, die 30 Fuder Heu einbrachten und Eichenbestände, die für 30 Schweine Mast boten. Dazu kam etliches an unkultivierten Ländereien.
Eine andere Aufzeichnung berichtet folgendes;
Die Welde daselbst, die frei war, bestand aus wenig Acker, aber viel Wiesen und Wald. 1332 hatte sie Diederich de Weldige inne. 1550 Albert Grumsmüller, dann aber war sie den Fraterherren to Münster eigen.
Sie umfaßte 3 1/2 Molt Saatland, einen Garten von 4 Scheffelsaat, an Heugewachs 30 Fuder und an Eckernwachs für 50 Schweine bei voller Mast. Die Fraterherren verkauften die Welde an den Rentmeister von Limborg in Lingen. Dieser veräußerte sie wieder an den Drosten Mulert daselbst, der sich darauf ein Gutshaus baute. Um 1700 erwarb es die Familie von Böselager auf Eggermühlen, die es auch bewohnte. 1905 ging es durch Kauf an Herrn Nolte in Münster über. Schon ein paar Jahre später, im Jahre 1923 erwarb ein Sohn der Familie von Croy aus Dülmen das Anwesen.
Pastor Meyer, der sich ja intensiv mit den Gemeinden und Ortsteilen des Kirchspiels Lengerich befasst hat, hat nachfolgendes zum Ortsteil Grumsmühlen aufgeführt:
Grumsmühlen bildet die westliche Fortsetzung der Bauernschaft Langen, wird heute noch dazu gerechnet und muss deshalb hier behandelt werden. Es ist ein Niederungsgebiet mit reichem Waldbestand. Hier gab es nur ein Gehöft, welches 1332 in der angezogenen Urkunde als Velde (veldings = offenes Land) bezeichnet wird, und dessen Inhaber der als erster örtlicher Zeuge genannte Dyderich de Weldighe gewesen sein soll.
Auch die Mühle in Grumsmühlen ist erwähnt.
Von der Vrundemoldenmolen ( nach heutiger Aussprache – Grundmüllermühle – Ausdruck für ein unterschlächtiges Mühlrad), erhielt die Kirche 1 Molt Roggen und 2 Pfund Wachs. Von einem Zuschlag zur Velde wird ein zweites Pfund Wachs auferlegt sein. Das ist die älteste über Grumsmühlen gefundene Nachricht.
Die Beschrivinge enthält weitere Eintragungen aus der Zeit von 1550 – 1580.
Albert Grumesmoller, eine Welde besitzt und der eigenhörig den Patres to Münster, grot synde an Saatland 3½ Molt, Garden 4 Schepel, an Heugewaß 30 Fuder, Eckernwaß für 50 Swine bei vuller Mast. Gibt seine Pächte und Schulde seinem Gutsherrn. Dem Herrn zu Lingen von einem Kämpken von dem Brockhuis, zu Martini an Wachs 2 Pfund. Dieses ist dem Rentmeister van Limborgh von den Fraterherrn zu Münster vorkofft worden und syn Sohne Herrich van Limborch hat das dem Drosten Ernst Mulert wiederumb verkofft, die dit Wass betalen soll (der nun wegen dem Verkauf, die 2 Pfund Wachs bezahlen soll). Dieser Nachtrag weist schon darauf hin, dass die Familie Grumesmoller von ihrem Besitz herunter gekommen ist, denn der neue Besitzer zahlt die Abgaben.
Die mündliche Überlieferung hat sogar die Einzelheiten aufbewahrt. Sie sind in den Bildern aus Lengerichs Geschichte veröffentlicht. Der Bericht sei kurz wiederholt.
Der Rentmeister von Limborgh beginnt nach dem Verkauf den Burgbau auf dem Hofesgrund und zieht dazu die Gebrüder Grumessmoller zu Hand- und Spanndiensten sehr stark heran. Die zornige Erregung wird bei denen so mächtig, dass sie sich des neuen Herren entledigen wollen. Bei der Rückfahrt desselben von den Bauarbeiten postieren sich die Brüder hinter zwei Brücken auf dem Weg nach Lingen mit der Armbrust. Der Erste hat gefehlt, der andere hat ihn tödlich getroffen. Sie fliehen beide nach Ostfriesland und haben so durch den Mord ihr Erbe eingebüßt. Den Ausbau des Herrschaftsbesitzes vollzog erst die Familie Mulert.
Da ich schon erwähnte, dass über das Gut später gesondert berichtet werden soll, ist damit jetzt erst einmal Schluss.
Weiter finden wir in Grumsmühlen ein Wasserwerk des „Wasserverbandes Lingener Land“, welches im Jahre 1968 gebaut wurde. Dazu gehören die Hochbehälter auf dem Windmühlenberg in Espel, zu denen das gewonnene Wasser hoch gepumpt wird. Von hier wird dann der größte Teil der Bevölkerung im Altkreis Lingen mit Trinkwasser versorgt.
Auch wird erzählt, dass die Furt (Durchfahrt durch den Mühlenbach im Bereich der jetzigen Landesstraße 60) auch als Schlagbaum gedient haben soll. Der Betreiber, oder andere Bewohner der Mühle sollen für die Erhebung der Zölle verantwortlich gewesen sein.
Da der Mühlenbach überwiegend aus den Niederungsgebieten wie dem “Alten Moor”, dem “Weißen Rieden” dem zu Grumsmühlen gehörenden “Vossepohl” und anderen Niederungen sein Wasser bezieht, führt dieser immer reichlich Wasser. Wer die Gegebenheiten der Natur und der Grundstücke vor der Flurbereinigung in den sechziger Jahren kannte, weiß jedenfalls was für eine Naturlandschaft verloren gegangen ist. Der Mühlenbach verlief von der jetzigen Unterquerung der Landesstraße 60 etwa parallel zur Straße bis zu dem Weg, der zu den Höfen, rechts der Straße führte. Hier schlängelten sich Weg und Bach nebeneinander, unter Erlen, Birken und Eichen bis kurz vor dem Hof Kotte. Dabei war die Sohlentiefe des Grabens, der etwa 2 m breit war, oft nicht tiefer als 50 cm.
